Geigenbauer Felix Scheit & Kevin Gentges

Modelle nach Giovanni Battista Rogeri

In der von uns gebauten Serie nach Giovanni Battista Rogeri (ca. 1642 - ca. 1710) nehmen wir ein um das Jahr 1700 in Brescia erbautes Original mit zur Schwarte geschnittenem Boden und einer relativ weitjährigen Decke als Ausgangsbasis. Dieses Instrument zeichnet sich aufgrund seiner Abmessungen und klaren Ansprache durch eine hervorragende Spielbarkeit aus. Es besitzt eine schwingende Saitenlänge von 68,5 cm, ist relativ kurz und basiert auf einem eher breiten, kompakten und dabei flach gewölbten Design. In der transparenten Wärme seiner Tiefen und den silbrig abstrahlenden Höhen finden wir einen Zielpunkt in Rogeris Experimentierfreude, zu einer Zeit in der Celli noch in vielerlei Größen im Umlauf waren (Das Original wird von Claudio Bohorquez gespielt.).


Modelle nach Antonio Stradivari

Zwischen dem Auftreten des Cello-Virtuosen Domenico Gabrielli (1651-1690) um 1680 in Bologna und den Doppelgrifftechniken und Pizzikatobässen in Beethovens zwei Cellosonaten op. 5, erstmalig umgesetzt durch Jean-Pierre-Duport (1741-1818) im Rahmen der Concerts spirituels und in den Pariser Salons, erreichte das Cello schließlich europaweit Anerkennung als konzertantes Solo-Instrument. Der Klang des Stradivari-Cellos „Duport“ (benannt nach dem Bruder Jean-Louis Duport) hat sich in etlichen Aufnahmen Mstislaw Rostropowitsch's (nach 1974) bis in unsere Zeit fortgetragen.
Insgesamt hatten die bahnbrechenden praktischen Studien von Antonio Stradivari (1644 - 1737) einen herausragenden Anteil an der Ausprägung des uns heute vertrauten Cellokörpers. Im Jahr 1707 gelangt Stradivari über einige Vorstufen, welche bereits kleinere Korpuslängen und Mensuren als die damals üblichen verwendeten, zur Entwicklung der bekannten 'forma buono' (Forma B). Diese für uns 'klassisch' gewordene Cello-Gestalt weist durchaus eine variative Bandbreite in ihren Abmessungen auf, denn Stradivaris Werkstatt begibt sich erneut auf die Suche nach dem optimalen Entwurf für die Verbindung von Klang, Ansprache und Spielbarkeit. In späteren Schaffensphasen reduziert der Meister die Korpuslänge seiner Celli nochmals und stellt ab 1730 um 1,5 cm schmaler umrissene Celli mit einer Korpuslänge von 75,5 cm her (sogenannte 'Piccola-B-Form').